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bettiklDurch einen Bekannten erfuhren wir 2000, dass im Internet eine Celica RA20 zu verkaufen sei. Da wir zufällig auf der Suche nach einer Youngtimer-Celica waren folgte ein kurzer Anruf, Geld wurde eingepackt, Anhänger angehängt und schon ging es los auf den Weg nach Holland. Als wir die Celica sahen brauchten wir nicht lange zu überlegen. Auch wenn der original 2 Liter Motor mit 16 Ventilen nicht mehr vorhanden war, sah die Basis nicht schlecht aus. Und schon stand das gute Stück bei uns in der Garage. Viel wussten wir noch nicht über das Fahrzeug - nur dass die Celica von Schweden über Finnland nach Holland gelangt ist. Aus den mitgelieferten Unterlagen wurde man auch nicht so richtig schlau. Durch einen riesen Zuka01fall stießen wir über Umwege auch noch auf einen echten 16V Motor und begannen sofort mit den ersten Umbaumaßnahmen. Es stellte sich heraus, dass der Motor zwar nicht so neu war wie es uns einst versichert wurde (bei der Rallye Köln Ahrweiler ist er uns jedenfalls mächtig um die Ohren geflogen), doch aus den zahlreich mitgelieferten Ersatzteilen konnten wir einen neuen Motor zaubern. Wie selten und begehrt das Teil zu diesem Zeitpunkt schon war, mochten wir nicht einmal erahnen. Je länger wir die Celica hatten und je länger wir daran schraubten, um so stutziger wurden wir. Für ein privat aufgebautes Rallyefahrzeug waren einige Teile einfach zu perfekt. Also folgten Nachforschungen bei TTE (Toyota Team Europe) und bei Leif Asterhag in Schweden, der früher mit Ove Andersson diese Fahrzeuge zusammen eingesetzt hatte. Von beiden Seiten bedauerte man uns keine Auskunft geben zu können. Damals fand noch keine Archivierung statt. Viel zu wichtig war auch mittlerweile das Formel 1 Geschäft, als das man sich mit solchen alten Kamellen abgeben wollte. Also setzten wir die Celica so ein wie man es von einem Rallyeauto verlangte. Geschont wurde sie jedenfalls nicht. lack2Beim Schotterspektakel 2003 in Freilassing gab das doch schon in die Jahre gekommene Material vor Ermüdung auf. Es folgte eine kapitaler Überschlag aufgrund einer gebrochenen Lenkung. Spätestens jetzt wurdlacke es Zeit für eine gründliche Revidierung. Ein neues Dach musste eh her, also warum nicht gleich ganz entlacken. Schicht für Schicht ließen sich die alten Lackschichten freilegen und immer mehr drängte sich der Verdacht auf, dass da schon mal eine Werkslackierung verborgen lag. Egal, irgendwann würden wir das Geheimnis schon lüften, davon waren wir überzeugt. 2008 entschlossen wir uns bei der Eifel Rallye Historic vorstellig zu werden. Reinhard Klein, der Urvater der Slowly Sideways Truppe, wird uns schon helfen können. Nicht umsonst ist er in den letzten Jahrzehnten um die ganze Welt gereist und hat auf jedem Weltmeisterschaftslauf für die Werke Bilder geschossen und sich mit den Rallye-Teams arrangiert. Irgend etwas wird sich schon finden lassen. Mit ein bisschen Glück würde bestimmt auch Ove Andersson vertreten sein - immerhin wohnte er in der Eifel. Aber das Schicksal meinte es anders. Einige Wochen vor der Eifel-Rallye verunglückte Ove Andersson bei einer Rallye in seiner zweiten Heimat Afrika tödlich. Auf Grund dessen fand die Eifel-Rallye Historic in Memorium Ove Andersson statt, und zahlreiche Toyota Mitarbeiter kamen zum Gedenken an ihren alten Chef. Darunter auch John Day, der früher schon mit diesem Autos als Servicemann um die Welt gereist ist und heute noch die Rallyegeschichte von Toyota ein bisschen auf dem Laufendesto1n hält. Der staunte nicht schlecht und war total überrascht nach so langer Zeit noch einen von diesen Modellen wiederzusehen. Als er dann auch noch den Motor entdeckte, war für ihn kein Halten mehr. Noch am selben Abend machte er sich an die Recherche und fand heraus, dass diese Celica wirklich mal zu dem Bestand von TTE gehört hat. Es folgte ein Jahr mit teils sehr schwierigen und langwierigen Nachforschungen. Am Ende hat sich der Aufwand aber durchaus gelohnt. 2009 reisten wir mit den neuen Erkenntnissen wieder zur Eifel Rallye Historic. Das Auto und sein Werdegang wurden bei einem Geschichtsabend von Slowly Sideways der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Aufgabe übernahm John Day - denn kein Anderer konntRAC1977e mehr über unsere Celica Berichten als er. Um die Originalität noch zu verstärken überreichte er uns sogar noch das original Kennzeichen kenn von damals. Seine Nachforschungen haben ergeben, dass 1976 Hannu Mikkola / Arne Hertz bei der 1000 Seen Rallye einen 3. Platz im Gesamtergebnis belegten und 1977 sogar einen 2. Platz bei der RAC Rallye. Kein Anderer konnte mit diesem Modell bessere Erfolge für sich verbuchen. Dazu erklärte sich John auch noch bereit uns bei den Servicearbeiten bei der Eifel-Rallye zu unterstützen, immerhin ist es ja auch ein bisschen sein Auto. Nachdem Reinhard Klein uns eiachse77nige Bilder von 1977 zur Verfügung stellte, fanden wir heraus, dass unter anderem ein gewisser John Day darauf zu sehen ist, wie er bei der RAC Rallye 1977 bei typischen englischem Mistwetter im Dreck unter einer Celica liegt und das Differential wechselt - und zwar unter genau dieser Celica. Und so kam es, wie es kommen musste. In der 5. Wertungsprüfung, mitten im Wald in der Vulkaneifel, streikte auchachse09 unsere Hinterachse und musste gewechselt werden - im Dreck und bei Mistwetter. John zeigte sich voll in seinem Element und fühlte sich gleich um 30 Jahre zurück versetzt. Tatkräftige Unterstützung erhielt er von Ralf Feigenspan, der das Schrauben im Rallyesport bei seinen zahlreichen Einsätzen für VW Motorsport gelernt hatte. Keine Viertelstunde dauerte es, bis die Fahrt weiter gehen konnte. Ein Beweis dafür, dass auch nach 30 Jahren noch lange nichts verlernt war. Seit dem wird die Celica ein bisschen geschont und erhält nur noch für besondere Anlässe, wie für Slowly Sideways, Ausgang.

john
Thank you John!!